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Die Laufschuhe habe ich immer mit dabei, an allen moeglichen und unmoeglichen Orten werden sie ausgepackt. Nicht jede Umgebung eignet sich zum sportlichen Tun, doch schon auf vielen Gassen, Feldwegen oder Trails ist Schweiss geflossen. Auch Mona schliesst sich gerne dem einen oder anderen Laufabenteuer an.

Die 17 besten Strecken findet ihr hier:

1 Valle Frances, Torres del Paine (Chile)
Der Lago Skottsberg schimmert gruen in meinem Ruecken, fuer mich heisst es nur vorwaerts ueber den teilweise mit grossen Steinen gespickte Trail durchs franzoesische Tal. Immer wieder hoere ich, wie die Haengegletscher des Paine-Massivs krachend ihre Eislawinen ins Tal schicken. Aufkommender Wind zwingt mich, meine Gore-Text-Jacke ueberzuziehen, da ich doch betraechtlich ins Schwitzen komme. Die Landschaft aendert sich im Minutentakt, die Natur oeffnet ihr Schmuckkaestchen. Wasserdichte Schuhe, die ich leider nicht habe, waeren im letzten Anstieg ueber ein Schneefeld sicherlich von Vorteil. Nach gut 600 Hoehenmetern erhaelt man vom Mirador aus tiefe Einblicke ins Paine-Massiv.

2 Te Ko'u, Rarotonga (Cook Islands)
Von Avarua fuehrt eine Schotterstrasse durch das Ko'u-Valley bis zu einer grossen Bananenplantage. Hier beginnt das Abenteuer! Vorausgeschickt sei, dass dies Klettern in tropischen Gefilden ist und geeignete Kleidung (lange Hosen, feste Schuhe) voraussetzt. Der Trail zwaengt sich durch rauschende Baeche und Lianen verhangene Dickichte stetig hinauf zum Kraterrand. Schwierige Stellen sind mit Fixseilen gesichert. Ich bin dankbar, denn der gestrige Regen macht gewisse Partien enorm glitschig. Vom Kraterrand aus hat man einen wunderbare Sicht ueber die gruene Unwegsamkeit des Inselinnern, man ist aber noch nicht ganz am Ziel. Nach dem Traversieren des Kraters erreiche ich bei einer kleinen Wetterstation den hoechsten Punkt. Ich freue mich schon auf den Liegestuhl am weissen Sandstrand.

3 Buenos Aires (Argentinien)
Nicht unweit vom Puerto Madero findet man das Naturschutzgebiet "Reserva Ecológica", das ein Labyrinth an Laufstrecken bietet. Im Hotel starte ich mit T-Shirt, auf der grossen 10-Kilometer-Runde merke ich aber schnell, dass die Porteños nur oben ohne laufen. Am Wochenende ist im Park einiges los und man fuehlt sich wie an einem Wettkampf. Meist laufe ich am 48 Kilometer breiten Rio de la Plata entlang und beobachte, wie die Segelschiffe auf dem offenen Wasser navigieren. Nach dem Training goenne ich mir jeweils am Eingang des Parks einen frischgepressten Orangensaft und schwatze mit den argentinischen Laufkollegen. An diesem Ort wird der Laufsport gelebt!

4 Cuzco (Peru)
Gestartet wird fruehmorgens vor der Kirche La Compania an der Plaza de Armas. Durch Inkagassen suche ich mir den Weg bis zum Busterminal, von wo eine ansteigende Strasse nach Sacsayhuaman fuehrt. Auf gut 3400 m.ü.M. faellt das Atmen schwer. Die sich nun oeffnende Sicht ueber die Inkastadt und den Cristo Blanco der das Ende der Steigung anzeigt, helfen sehr. An der gewaltigen Inkafestung Sacsayhuaman vorbei gehts weiter bis zur Ruine Kenko, wo vermutlich Tote für einen Mumienkult aufbereitet wurden. Diese unschoene Vorstellung treibt mich noch etwa 150 Meter weiter, wo eine Strasse rechts zum Abstieg weggeht. Das Bergablaufen ist rollend, die Ausblicke auf die Inka-Bauwerke sind spektakulaer. Auf einer 800 Jahre alten Steintreppe laufe ich zurueck zur Plaza de Armas und der Puls normalisiert sich wieder.

5 La Angostura (Argentinien)
Puerto Angostura ist der Eingang zum sagenhaften Arrayanes-Nationalpark. Benannt nach den Baumriesen, die man auf der ganzen Welt nur hier findet, ist dieser auf einer Halbinsel gelegene Park eine bemerkenswerte Sehenswuerdigkeit. Um die einzigartigen zimtfarbigen Baeume zu sehen, muss man zuerst ueber einen atemberaubenden Single-Trail etwa 12 Kilometer bis zur Spitze der Halbinsel laufen. Unterwegs passiere ich ein tiefgruenes Naturschutzgebiet, das mit Baechen und einsamen Lagunen durchsetzt ist. Erreicht man den Bootssteg am Ende der Halbinsel, weiss man, dass man nun getrost mit dem Boot zum Hafen zurueckfahren kann. Natuerlich zeigt sich auf dem Wasser das Seengebiet in seiner ganzen Pracht!

6 Bagan (Myanmar)
Von New Bagan laufe ich ueber die neue Strasse Richtung Nyaung-U, vorbei an der goldenen Dhammayazika-Pagode, bis die Strasse nach links zum Phayathonzu-Tempel weggeht. Auf ruppigen Feldwegen laufe ich zurueck nach Old Bagan, das Tempo so dosiert, dass mir kein Blick auf die sagenhaften Tempel Sula-mani und Ananda entgeht. Ziel ist Old Bagan, zum Anpeilen eignet sich der hoechste Tempel von Bagan, der Dhamma-yan-gyi Pahto. Dass die Burmesen sehr kompetitiv sind, erfahre ich auf dem Rueckweg nach New Bagan: Auf jedem Lauf treffe ich einen Einheimischen an, der mich auf seinem klapprigen Rad mit unglaublich tiefer Trittfrequenz herausfordert und mich ueber meine anaerobe Schwelle treibt. 

7 Valle Silencio, Torres del Paine (Chile)
Bereits von der Hosteria Torres aus sieht man die Granitzacken des Torres-Massivs. Sehr anstrengend ist der Lauf mit einem andauernden Auf und Ab bis zum Campamento Torres. Links geht der Anstieg ueber ein ausgedehntes Geroellfeld weg zur Basis der Torres, ich folge der Kletterei am Fluss Ascensio entlang bis zum Campamento Japones. Eigentlich habe ich Abgeschiedenheit und Naturerlebnis gesucht, jetzt folge ich dem Schild zum Hotel Silencio. An steilen Haengen vorbei, ueber Schneefelder rennend, treffe ich einen Italiener, den ich auf das Hotel Silencio anspreche. "It's a joke!", antwortet er lachend und zeigt mir die Richtung zum Endpunkt des Tals. Was ich dort nach etwa 15 Kilometern finde, ist nicht viel: Nur absolute Ruhe und die erhabene Rueckwand der Cuernos-Gipfel. Ich hoere mein Blut fliessen!

8 Osterinsel (Chile)
Nirgendwo kann man Laufen so gut mit Geschichte verbinden wie auf den Osterinseln. Mit den faszinierenden Moais im Blickfeld kommt man richtig ins Traeumen. Gestartet wird in Hanga Roa, von wo ich die Strasse Richtung Anakena-Beach nehme. Nach etwas unspektakulaeren 2 Kilometern nimmt man die Abzweigung nach links, die zum beruehmten Ahu Akivi fuehrt. Es ist ein magischer Moment, wenn man die grossen Steinfiguren sieht, uebrigens die einzigen, die aufs Meer hinaus schauen. An diesem Punkt hat man schon betraechtlich an Hoehe gewonnen und sieht trotzdem nur die unendliche Weite des Ozeans. Man befindet sich ja auch am entlegendsten Punkt der Welt. Schon bald tauchen die Moas des Ahu Ko Te Riku auf, die den Weg zurueck zum Hafen von Hanga Roa zeigen.

9 Waya (Fiji-Inseln)
Es ist schwer, sich aus dem Liegestuhl an einem der Top-10-Straende der Welt, dem Liku-Liku-Strand auf der Insel Waya, zu hiefen. Vor allem, wenn bei hoher Feuchtigkeit ein knackiger Aufstieg zu einer Schwindel erregenden Bergkuppe wartet. Los gehts hinter dem Octopus-Resort ueber einen kleinen Huegel zum angrenzenden Dorf. Ohne nasse Schuhe laufe ich dem Strand entlang bis zu einer Schweinezucht, die unter einer riesigen Klippe eingerichtet. Die kleinen Schweine sind mir dicht auf den Fersen, ich stuerze mich ins Dickicht und finde problemlos den ansteigenden Weg, der an vielen Gemuese- und Fruchtplantagen vorbeifuehrt. Der Regenwald verdichtet sich, das Blaetterdach schliesst sich und bei einer bogenfoermigen Ueberdachung weiss ich, dass die happige Steigung zum Gipfel beginnt. Die konstante Aussicht auf die farbenpraechtige Korallenwelt, die dem unter mir liegenden Strand vorgelagert ist, treibt mich voran. Das Inselinnere scheint undurchdringbar. Der letzte Teil erfordert sogar eine einfache Trittkombination und schon stehe ich zuoberst auf dem dolchartigen Suedseeberg. Die Sicht auf die gesamte Inselkette der Yasavas ist beeindruckend.

10 Sydney (Australien)
Sydney bietet wohl alles, was man sich von einer stolzen Hafenstadt erwartet: Eine gewaltige Bruecke, ein einzigartiges Wahrzeichen und eine sorgfaeltig geplante Flaniermeile am Wasser. Von unserem Hotel im Bezirk Kings Cross steche ich hinab zur Bucht, kurve an den Royal Botanic Gardens vorbei und sehe schon nach kurzer Zeit die Harbour Bridge und das Opernhaus vor mir aufgereiht. Nach einem Irrlauf durch Rocks-Viertel finde ich den Aufgang zur Bruecke und muss mich, von der immensen Spannweite von 504 Metern beeindruckt, auf den leicht abschuessigen Weg konzentrieren. Die Konstruktion ist gekonnt und laesst den Blick immer wieder nach oben wandern. Ich bin nicht traurig, die gleiche Strecke zurueck zum Hotel nochmals zu laufen.

11 Bariloche, Cerro Otto (Argentinien)
Das Seengebiet um Bariloche wird auch als argentinische Schweiz bezeichnet, weil es landschaftlich, abgesehen von den vielen Vulkankegeln, einige Gemeinsamkeiten mit unserem Gebirgsland hat. Nach einem saftigen Steak und einem Malbec-Glas zuviel, tut es gut, sich aktiv zu betaetigen. Beim Ortseingang Richtung Halbinsel Llao Llao fuehrt eine Strasse etwa 6 Kilometer hinauf zum Skigebiet Piedras Negras. In Schlaufen gewinne ich immer mehr an Hoehe und geniesse den Blick ueber das Seengebiet mit seinen zahlreichen kleinen Inseln. Bis ganz hinauf zur Spitze von Cerro Otto sind es nochmals etwa 4 Kilometer, jetzt aber sieht man auf beide Seiten des Huegelzugs, sogar bis ins 20 Kilometer entfernte Skigebiet Cerro Catedral. Steht man auf dem 1400 Meter hohen Cerro Otto, ist man gluecklich, die gut 600 Hoehenmeter gemeistert zu haben.

12 Pucon (Chile)
Pucon ist das Adventure-Zentrum von Chile. Im Januar findet hier auch der beruehmte Halb-Ironman-Wettkampf statt, der Stars aus aller Welt hierher zieht. Mich zieht es jedoch hinauf zum Vulkan Villarrica, der mit seinen 2840 Metern Hoehe ueber dem gesamten Tal thront. Am Eingang zu Pucon fuehrt eine anfangs asphalierte Strasse, spaeter ein Kiesweg hinauf zum Eingang des Nationalparks. Vor mir der Schneekegel des Vulkans, hinter mir der tiefblaue See umringt von dichten Nadelwaeldern, ist dieser 8 Kilometer lange Aufstieg super. Die Steigung ist konstant und so finde ich einen regelmaessigen Rhythmus auf den 400 Hoehenmetern. Wer von der Skiliftanlage noch hoeher hinaus moechte, muss dies mit Hochgebirgsausruestung tun. Ich haette mich mit Turnschuhe nicht getraut.

13 Vang Vieng (Laos)
Die Karstberge um Vang Vieng sind einzigartig. Vom Dorf aus ueberquere ich die Holzbruecke westwaerts und laufe zum 8 Kilometer entfernten Ort Na Som. Unterwegs spuert man das urspruengliche laotische Leben auf dem Land. Die Leute sitzen vor ihren einfachen Haeusern und geniessen das Abendrot. Es gibt unzaehlige Hoehlen in dieser Gegend, eine der besten ist jedoch Tham Phu Kham mit ihrem grossen bronzenen Buddha. Um den Hoehleneingang zu erreichen, ueberwindet man etwa 100 Hoehenmeter ueber glattgelaufenene Granitstufen. Schweissgebadet und mit erhoehter Koerpertemperatur findet man in der ausladenden Hoehle sicherlich Abkuehlung.

14 Ushuaia (Argentinien)
Auch am Ende der Welt kann man laufen. Von Ushuaia faehrt ein Bus ca. 15 Kilometer hinaus zum Tierra del Fuego-Nationalpark. Das Naturschutzgebiet mit seinen farbigen Lenga-Waeldern und den vertraeumten Buchten des Beagle-Kanals ist ein Einod an der suedlichsten Spitze Amerikas. Ausgangspunkt fuer das Zuruecklaufen nach Ushuaia ist die Lapataia-Bucht, von wo man auf Naturstrassen durch den Park seinen Weg zur suedlichsten Stadt der Welt antreten kann. Es wird nie langweilig: Sieht man im ersten Teil immer wieder Hasen durchs Gelaende flitzen, ist der zweite Teil vor allem wegen dem unglaublich schoenen Beagle-Kanal und den schneebedeckten Bergen ein wahrer Laufgenuss. Auf dieser Strecke findet auch der Fin del Mundo-Marathon statt.

15 Moorea (Tahiti)
Wie verbindet man zwei der malerischsten Buchten der Suedsee in einem Lauf? Der Versuch startet am tiefsten Einschnitt der Opunohu-Bucht, wo eine Strasse steil hinauf zum Belvedere-Aussichtspunkt fuehrt. Nachdem man sich den Schweiss aus den Augen gewischt hat, sieht man beide Buchten vor sich liegen, nur getrennt von einem dicht bewachsenen keilfoermigen Suedseeberg. Auf dem gleichen Weg zurueck geht die Strasse nach 2 Kilometer bei der landwirtschaftlichen Schule weg zur Cook-Bay. Die drueckende Hitze presst den Schweiss aus den Poren, zumal man im Hinterland der Insel kaum Schatten findet. In der Cook-Bay liegen die grossen Kreuzfahrtsschiffe vor Anker, ich wuerde am liebsten schon hier ins Wasser springen. Nach einem kurzen Stopp in der "Fruchtsaft-Fabrik"  fliege ich zurueck zu unserem Bungalow.

16 Iquique (Chile)
Am Strand von Iquique finde ich eine liebevoll gestaltete Promenade, die sich etwa 6 Kilometer dem Meer entlang zieht. Links blicke ich auf die steil abfallenden Sandsteinklippen, rechts auf die wogenden Wellen des Pazifiks. Mit dem Duft des Meeres in den Nasenfluegeln laufe ich sehr gerne und lasse mich gern zu voreiligen Temposteigerungen antreiben. In den Wellen beobachte ich Surfer, die trotz der Kaelte des Eiswassers beharrlich auf den richtigen Moment warten. Der vorbildlich ausgebaute Weg fuehrt zwischen den stolzen Hochhaeusern hindurch. Zurueck in die Innenstadt renne ich auf den Holzplanken der historischen Stadt und erhoffe mir zusaetzliche Daempfung durch die wippende Unterlage.

17 Yangoon (Myanmar)
Yangoon ist nicht geeignet fuer den Laufsport. Wer moechte schon neben stinkenden Autorickshaws im ewigen Verkehrschaos steckenbleiben. Eine Oase findet man jedoch um den Kandawgyi-Lake, wo ein Steg aus Teakholz um die seichten Wasser des Naherholungsgebiets fuehrt. Schon frueh am Morgen ist es stickig feucht, ein Baumwollhemd ist also ungeeignet. Die meiste Zeit laufe ich in einem Park, wie man sie oft in Asien sieht: Clubanlagen und Spielplaetze praegen das Bild. Die Shewdagon-Pagode im Hintergrund gibt einem Energie, wenn die Luft auf der 7-Kilometer-Rundstrecke schneidbar und es hart wird. Mona und ich haben es sogar geschafft, uns in diesem ueberschaubaren Park geografisch zu verlieren.

Die geografischen Angaben sind Richtwerte. Gerne gebe ich genauere Auskunft.


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