Home
Route
Berichte Asien
Berichte Ozeanien
Berichte Suedamerika
Argentinien IV
Chile V
Argentinien III
Chile IV
Chile III
Argentinien II
Argentinien I
Chile II
Chile I
Bolivien
Peru IV
Peru III
Peru II
Peru I
Vorbereitungen
Fotos Asien
Fotos Ozeanien
Fotos Suedamerika
Infos
Running
Gästebuch
Kontakt
In English
Voting
 


Mit dem Bus fuhren wir von Lima an der reizvollen Kueste entlang nach Sueden. In unserem Reisefuehrer zog uns ein Bild von einer Oase in den Bann, das wir bis jetzt nicht mit der Landschaft von Peru verbanden. Als wir in Ica die riesigen Sandduenen sahen, die sich im Landesinnere auftuermten, war uns klar, dass Huacachina nicht mehr weit sein konnte. Huacachina ist ein kleiner Ort mit einer kleinen Lagune, eingebettet zwischen imposanten Sandduenen, der einst ein mondaener Erholungsort fuer die reichen Leute war. Heutzutage ist der Glanz noch spuerbar, hat sich der Ort doch zu einem beliebten Ausflugsziel gewandelt. In dieser Idylle konnten wir in einem schoenen Hotel mit Pool und Blick auf die Duenen ausspannen. Wir liessen es uns aber nicht nehmen, die Attraktion des Sandboarding auszuprobieren. Fazit: Schweizer Schnee eignet sich besser!

Ein archaeologisches Highlight, auf das wir uns schon lange gefreut hatten, wartete nach einer zweistuendigen Busfahrt suedwaerts auf uns. Die Nasca-Lininen: Eines der geheimnisvollsten Mysterien dieser Welt. In der unwirtlichen Pampa rund um Nasca, auf einer Flaeche von 500 Quadratkilometern verteilt, findet man ueber 800 gerade Linien, 300 geometrische Figuren (Geoglyphen) und circa 70 Tier- und Pflanzenzeichen (z.B. Affe, Kolibri, Kondor, Baum, Haende, usw.). Diese geheimnisvollen Abbildungen entstanden, indem man die von der Sonne geschwaerzte Erde zur Seite gescharrt und somit die hellere Untergrundserde sichtbar wurde. Die bis zu 180 Meter grossen Figuren wurden vor etwa 2000 Jahren von der Paracas- und Nasca-Kultur erschaffen. Um die Bedeutung dieser Linien zu erklaeren, gibt es verschiedene Theorien: a) Der Schweizer Erich von Daeniken interpretiert die Linien als UFO-Landeplaetze ;-). b) Die Deutsche Maria Reiche, die die Linien 40 Jahre lang sauber gewischt hat (Fuer Sascha: Gutes Curling-Training), sah in den Linien einen astronomischen Kalender und eine Abbildung von Sternbildern. c) Die wohl zutreffendste Theorie besagt, dass die Linien auf Wasservorkommen hindeuten und fuer zeremonielle Handlungen zugunsten der Fruchtbarkeits- und Wassergoetter dienten. d) Paddys liebste Theorie ist, dass die unzaehligen Figuren als gigantische Laufstrecken benutzt wurden. Diese Figuren kann man nur aus der Luft erkennen, weshalb auch wir uns in ein klappriges Leichtflugzeug gewagt haben. Trotz zwischenzeitlicher Turbulenzen war der Flug ein einmaliges Erlebnis und die Figuren waren zum Greifen nah.

Waehrend einer schlaflosen Nachtbusfahrt schraubten wir uns wieder in die duenne Andenluft von Cusco auf 3400 Metern. Cusco ist das Tor zur mythenumwobenen Welt der Inkas. Die Stadt ist in seiner Architektur speziell, da die Spanier waehrend der Kolonialzeit ihre Bauten direkt auf die Grundmauern der Inka-Gebaeude setzten. Der Ort hat sich zur Drehscheibe des Tourismus entwickelt und bietet alle Annehmlichkeiten, die sich muede Reisende wuenschen. Obwohl die andine Kultur nur noch am Rande zu spueren ist, kann man sich dem Charme dieser Stadt nicht entziehen. In einem Cafe lernten wir den jungen Peruaner Orlando kennen, der uns noch am selben Abend zu einem Konzert der Salsaband "Grupo Niche", einer der beruehmtesten Combos von Suedamerika, mitnahm. Aus dem eher unterkuehlten Schweizerlande kommend kann man sich kaum vorstellen, dass das Publikum wahrend der meisten Zeit des Konzerts lauter als die Band war. Wir beide hatten dank unserer Groesse freie Sicht auf die Buehne, wie noch selten bei einem Konzert. Mit den ueberragenden Salsa-Hueftschwuengen der anderen Konzertbesucher konnten wir leider nicht mithalten.

Cusco ist der Ausgangspunkt zum heiligen Tal der Inkas, in dessen Verlauf viele atemberaubende Inka-Staetten zu finden sind und das seinen Hoehepunkt im sagenumwobenen, letzten Rueckzugsort von Machu Pichu findet. Die Natur war fuer die Inkas ein Abbild der Goetter und so findet man auch in ihren Jahrtausende alten Steinbauten viele Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt. Der Grundriss von Cusco wurde einem Puma nachempfunden, dessen Kopf der Tempel von Sacsayhuaman bildet. Die stilisierten Zaehne des Pumas kann man noch heute anhand der zig-zag-foermigen Grundfeste des Tempels bewundern. Die Inkas waren Meister in der Befestigung ihrer Niederlassungen an den unmoeglichsten Orten; die Stadt Pisac wurde richtigehend an ein fast unzugaengliches Felsmassiv gebaut. Sie scheuten keinen Aufwand: In Ollantaytambo hauten sie das Antlitz ihres Schoepfergottes Wiracocha aus einem maechtigen Felsvorsprung. Vom Sonnentempel aus gesehen geht die Sonne am Tag der Wintersonnenwende genau ueber dem Gesicht von Wiracocha auf, was ihn gleichbedeutend mit dem Sonnengott werden liess und ein neues Inka-Jahr signalisierte.

Um uns bestmoeglich auf den Inka-Trek vorzubereiten, wollten wir die beiden Inka-Plaetze Moray und Maras zu Fuss erkunden. Die Inkas waren in landwirtschaftlichen Belangen unserer Zeit voraus: In Moray entwickelten und kultivierten sie in einer trichterfoermigen Terassenanlage neue Pflanzen und Anbaumethoden. Ein Gewaechshaus aus der Inkazeit! In der Mitte des Trichters angekommen konnten wir den massiven Temperaturanstieg von unglaublichen 5 Grad Celsius von Terrasse zu Terrasse hautnah spueren. Ungluecklicherweise nahm die Koerpertemperatur beim Herauskraxeln aus dem Trichter jedoch nicht merklich ab. Der Reichtum des Heiligen Tals war nicht nur auf den fruchtbaren Boden, den Ueberfluss an Wasser und das guenstige Klima zurueckzufuehren, sondern auch auf die salzhaltigen Quellen. In Maras wurde am Rande einer Schlucht vor ca. 3000 Jahren Miniaturterrassen angelegt, in die das Salzwasser floss. In diesem Salzpfannen von Maras konnte dann durch Verdunstung das sehr kostbare Salz gewonnen werden. Diese Methode wird auch heute noch von ansaessigen Bauern praktiziert, was nach Angaben einer Indio-Frau zum besten Kochsalz fuehrt. Auf Zehenspitzen balancierten wir den weiss verkrusteten Salzpfannen entlang, was sich ein wenig wie Gehen auf Schnee anfuehlte.

Die Peruaner feiern die Feste, wie sie fallen. Zufaellig durften wir heute ein Festival auf den Strassen Cuscos mitereleben. In einer farbenfrohen Prozession zogen die Einheimischen mit Tanz und Musik durch die Strassen.

Fotos Peru > Huacachina - Nasca - Cusco


Hochland um Cusco

Top