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Nachdem wir nun schon drei Monate alleine unterwegs waren, freuten wir uns sehr, dass sich in Puerto Varas Helmut und Ursi zu unserem "around the globe"-Reiseteam gesellten. Sie waren bereits frueher am Lago Llanquihue angekommen und Ursi hatte schon den besten Pisco Sour der Stadt ausfindig gemacht. Die reizvollste Variante, ostwaerts Richtung Argentinien zu gelangen, bot sich mit einer "Cruce de Lagos" an. Mit Bus und Schiff schlaengelten wir uns den Weg durch den Andenkamm, der sich auf 7500 Kilometern von Kolumbien bis nach Feuerland zieht, mussten dabei mehrere Male die Katamarane wechseln und bestaunten die menschenleere Gegend mit ihren schneegekroenten Berggipfeln und den leuchtenden Seen. Unser Ziel war die "Schweiz Argentiniens", die Seenplatte um Bariloche, die touristisch sehr gut erschlossen ist und trotzdem einen frischen Charme ausstrahlte. Fuer die naechsten Tage mieteten wir uns ein Auto und als erstes Ziel wurde das Llao Llao Hotel am Lago Nahuel Huapi, auserkoren, das nach Angaben vieler Argentinier schoenste Hotel des Landes. Majestaetisch liegt es am Lago Nahuel Huapi, der im Antlitz der strahlenden Sonne fast uebrgangslos in den blauen Himmel floss. Bei einem vorzueglichen Steak-Sandwich studierte Ursi die gepflegte Golfanlage am Fusse des Hotels und Helmut liess sich vom Kellner die heruntergefallene Serviette mit dem Loeffel reichen, um schon kurze Zeit spaeter von einer rauen und staubigen Schotterstrasse in die Realitaet zurueckgeruettelt zu werden.

Manchmal ist die kuerzeste Distanz zwischen zwei Punkten auch die schoenste. Dies trifft bestimmt auf die 110 Kilometer zwischen Bariloche und San Martin durch den groessten und aeltesten Nationalpark Argentiniens, den Nahuel Huapi, zu. Diese einzigartige Panoramastrasse erkundeten wir mit einem Mietauto, kamen anfaenglich jedoch nur zoegerlich voran, da sich ein Fotomotiv ans naechste reihte und Ursi kein Sujet verborgen blieb. Die lebhaften Bilder im Kopf, wie uns Ueli das Fliegenfischen als spektakulaersten Sport der Welt beschrieb, hielten wir Ausschau nach langen Neopren-Gummistiefeln und fliegenden Koedern. Zunaechst blieben wir erfolglos und nur die Speisekarte am Abend in La Angostura liess auf reiches Fischvorkommen schliessen. Die Gaumenfreuden nahmen kein Ende, die Malbec-Sauce machte das Entrecôte nur noch blutiger und schmackhafter und selbst Ursi sah ihre kulinarischen Bedenken gegenueber argentinischem und chilenischem Essen schnell verschwinden. Die asphaltierte Strasse verabschiedete sich von uns, wir fuhren ueber Huegel und durch Maerchenwaelder, meist kein anderes Fahrzeug vor uns und im Rueckspiegel nichts als den weissen Staub, den wir wie ein Schleppe mit uns zogen. Niemand kann genau sagen, welche der neun Seen nun offiziell zu den sieben Auserwaehlten der Route gehoeren; unglaublich blau und schoen sind sie alle. In San Martin de los Andes bezogen wir in einem schmucken Cabaña namens "Las Rosas" Nachtlager und schlenderten durchs perfekte Strassennetz, in dem jedes Haus von einem Rosengarten geschmueckt wird. Auf der Plaza de Armas war zudem ein Fest im Gange: Kleine und grosse Gauchos schwangen ihre Halstuecher so behend ueber ihren Hueten, als ob sie mit einem gezielten Lassowurf ihre Tanzpartnerinnen einfangen moechten.

Spaetestens jetzt mussten Ursi und Helmut erkennen, dass es einem Argentinier an allem mangeln kann, nur nicht an Fleisch. Helmut erhielt sein Lammfleisch direkt vom sich drehenden, schraeg in die Erde gesteckten Kreuzrost, auf dem wie ein hilfloser Drachen unter einem Sack Holzkohle das Tier aufgespannt war. Ursis Grundsatz war denn auch, dass Fleisch ohne Wein nicht schmeckt, weshalb Helmut die Weinkarte studierte. Weiter gegen Norden wurde die Landschaft steppenartiger und als selbst die Strassenschilder eine Fischform annahmen, wussten wir, dass wir im Forellenmekka angekommen waren, in Junin de los Andes. Ein Gaucho mit einem Schnurrbart wie einer Pferdebuerste, der damit beschaeftigt war, ein totes Rind aus seinem Lastwagen zu befoerdern, wies uns den Weg in den Nationalpark Lanin. Dessen Prunkstueck, den gleichnamigen Vulkan konnten wir schon von weitem erspaehen. Um in einer Runde zurueck nach Bariloche zu gelangen, fuhren wir ins Landesinnere, wo uns Marlboro Country, durchzogen von breiten Wasserstroemen und begrenzt durch einen rollenden, braunen Horizont erwartete. Zurueck in Bariloche fuhren wir zum Aussichtspunkt Cerro Otto, von wo wir die Abendstimmung ueber den Seen genossen und Helmut kurz vergass, dass er Hoehenangst hat. Es ist amuesant, in der beliebten parrilla El Boliche del Alberto die erstaunten Gesichter der Touristen zu beobachten, wenn sie ein Fleischstueck von der Groesse eines Fussballs vorgesetzt bekommen. Gluecklicherweise wurden wir vorgewarnt und bestellten nur zwei Portionen Fleisch, das uns direkt vom Grillmeister an den Tisch serviert wurde. Auf unserer Rueckreise nach Puerto Varas blieb uns fuer einmal nichts anderes uebrig, als uns den langwierigen Grenzkontrollen zu unterziehen.

Fotos Argentinien III


Lago Nahuel Huapi, Argentinien

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