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Am Grenzuebergang nach Chile wurde unser Gepaeck penibel genau auf organische oder tierische Ware untersucht. Es scheint eine grosse Angst vor bolivianischen Bakterien und Viren zu herrschen. Als wir unseren Blick ueber die Wueste schweifen liessen, glaubten wir anfaenglich, unsere Sehkraft habe sich auf mirakuloese Weise verbessert, doch schon im Dorf teilte uns eine Chilenin mit, dass dies wegen der ungewoehnlich tiefen Luftfeuchtigkeit von nur 39% ganz normal sei. Selbst auf ausgedehnten Wuestenlaeufen gelang es mir nur tropfweise zu schwitzen. Irgendwie fuehlten wir uns von Anfang an sofort sehr wohl in Chile. Die Preise sind im Vergleich zu Peru und Bolivien zwar deutlich hoeher, dafuer genossen wir die Vorzuege einer besseren Infrastruktur.

Die naehere Umgebung von San Pedro erkundet man am besten mit einem Mountain Bike. Auf der Suche nach einer ominoesen Lagune, die wir nach einer anstrengenden Sand & Stein-Fahrt auch fanden, bekamen wir es schon am ersten Tag mit dem gefuerchteten Gegenwind der Atacama-Wueste zu tun. Im Westen wird San Pedro von einer mondaehnlichen Landschaft umrahmt, die seit Millionen von Jahren durch Wind und Wasser geformt wurde. Julius Caesar waere neidisch, wenn er das angeberisch grosse Amphitheater aus Stein sehen wuerde. Man findet geschwungene Formen wie aus einem Gemaelde von Salvador Dali gegriffen neben schneegezuckerten, kristallinen Felsbrocken. Auf der Grossen Duene erlebten wir bei Sonnenuntergang das Ereignis, wenn sich das staubtrockene Tal ploetzlich in purpurnen, pinken und goldenen Farben zeigt. In 43 Kilometern Entfernung findet man auch das hoechstgelegene Geysirfeld der Welt, die El Tatio Geysire. Da die 64 gurgelnden Geysire am fruehen Morgen am eindruecklichsten sind, mussten wir schon um 4 Uhr los. Bei 15 Grad unter Null versuchten wir uns mit Wanderungen durch das gigantische Dampfbad warmzuhalten, immer auf einen sicheren Schritt bedacht, da sich die siedend heissen Wasserloecher truegerisch hinter weissem Dampf verstecken koennen.

Calama war unsere naechste Station auf unserer Reise Richtung Norden. Hier liegt der Reichtum von Chile begraben: das Kupfer. Ueberall in der Stadt wird auf das wichtigste Exportgut hingewiesen: Statuen, Stiche und Reliefs aus Kupfer. Abgebaut wird das kostbare Metall in der 15 Kilometer entfernten Stadt Chuquicamata, im groessten kuenstlich von Menschen angelegten Loch der Welt. Der Tagebau ist ungefähr 4.300 m lang und 3.000 m breit und 850 Meter tief. Der aus der Kupfergewinnung resultierende Feinstaub war gut spuerbar und wuerde wohl den Schweizer Grenzwert bei weitem ueberschreiten. Wenn man neben einem der 100 Liebherr-Muldenkipper steht, kommt man sich vor wie auf Gullivers Reisen. Die Reifen der Gefaehrte kosten pro Stueck 32000 Dollar und muessen alle 4 bis 6 Monate ersetzt werden. In 24 Stunden sauft der Motor 5000 Liter Dieselbenzin, um die 360 Tonnen Ladung in 50 Minuten aus der Grube zu transportieren. 32% des Kupferabbaus wird von China aufgekauft, was dem Betrieb Einnahmen von 8000 Dollar pro Minute einbringt.

Fotos Bolivien / Chile I


El Tatio Geysire in der Atacamawueste

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