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Seit meiner Kindheit hat die Osterinsel meine Fantasie befluegelt. Nicht erst seit Dagobert Duck in einem beruehmten Disney-Comic vor den stoischen Gesichtern der imposanten Steinstatuen stand und bevor Kevin Costner die Clans von Rapa Nui fuer Hollywood entdeckte, wollte ich die Moais liebend gern mit eigenen Augen sehen. Wir koennen es noch kaum glauben, als die LAN-Maschine langsam an Hoehe verliert und wir die ersten Blicke von diesem verlassenen Fleck mitten im Pazifik erhaschen. Mit Blumenkraenzen werden wir in der Eingangshalle begruesst und erkunden uns alsbald nach einer Bleibe im Zentrum von Hanga Roa, dem einzigen Ort der Insel. "Bei uns ist alles im Zentrum", versichert uns Oscar mit einer femininen Geste, hinter einer Welle von Blumen hervorspaehend. Einen Steinwurf vom Flughafen entfernt fuehlen wir uns bei "Chez Oscar" sofort heimisch, machen uns aber sofor auf den Weg, um den ersten Moai zu sehen. Oscar empfiehlt uns als Staerkung einen Besuch im Caf'e "Ariri O te Pana", die Koenigin der Empanadas, wo nicht nur die gefuellten Teigtaschen, sondern auch der Transvestit im Service ein Ereignis sind. Aber spaetens bei den an mich gerichteten Worten "Tus ojos son muy lindo", "Deine Augen sind so schoen", wissen wir, dass es Zeit fuer die Rechnung ist. So haben wir keine Gelegenheit, um Monas Namen zu probieren: "Mona Mona" bedeutet in der Sprache der Rapa Nui Dessert.

Beim Ahu Tahai (ein Ahu ist eine imposante Plattform, auf der die Moais platziert und rituelle Handlungen abgehalten wurden) schauen wir zum ersten Mal einem Moai in seine glaenzenden, archaeologisch restaurierten Augen, es ist ein magischer Moment, die milde Strenge auf seinen steinernen Gesichtszuegen nimmt uns gefangen. Zu den Zeiten der Rapa Nui waren die Augenhoehlen der Moais gefuellt mit seltenem Korallengestein, das ihnen ein weisses Augenlicht verlieh. Trotz umfangreicher Forschungen ist ihr eigentlicher Zweck und die genaue Zeit ihrer Errichtung unter den Experten immer noch umstritten. Man geht heute davon aus, dass sie beruehmte Haeuptlinge oder allseits verehrte Ahnen darstellen, die als Bindeglied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt fungierten. Doch die Insel hat viel mehr zu bieten als die Steingoetzen, von denen leider die meisten mit der Nase im Gras stecken, Zeichen von erbitterten Clankaempfen und missionarischem Eifer. Mit dem Motorrad fahren wir in einer Viertelstunde auf die andere Seite der Insel. Im feinen Sand des Anakena-Strandes geniessen wir unser Sonnebad, hinter uns wachen sieben Moais auf uns. Exzessive Schafszucht und Abholzung gaben der Insel im letzten Jahrhundert ihr kahles Aussehen, das heute den 15 grandiosen Moais auf dem Ahu Tongariki nur noch mehr Praesenz verleiht.

Eine ruppige Strasse fuehrt an den Haengen des Vulkans Rano Kau hoch zum Zeremonialzentrum von Orongo. Der Blick ueber die hinabstuerzenden Klippen zu den vorgelagerten motus, kleinen Inseln, auf der einen, und ins gruene Auge des schlafenden Vulkanschlunds auf der anderen Seite ist atemberaubend. An diesem Ort fand noch im Jahr 1866 der Vogelmann-Kult statt:  In jedem Fruehjahr schwammen waghalsige, junge Maenner zum vorgelagerten Motu Nui, um das erste Ei der Seeschwalbe zu finden. Wer als erster ein unbeschaedigtes Ei zurueckbrachte, wurde zum Vogelmann erklaert, stand rituellen Opfern vor und erfreute sich besonderer Privilegien. Der Hoehepunkt der Insel ist unbestritten die "Fabrik" der Moais an der Ostflanke des Vulkans Rano Raraku. Hier wurden die gewaltigen Steinbrocken aus dem harten Tuffstein geschlagen, um dann mit Staemmen und Seilen muehsam an ihren Aufrichtungsort transportiert zu werden. Ein Ding der Unmoeglichkeit zur damaligen Zeit, scheint uns, als wir den groessten je gefertigten Moai, ein 21 Meter langes, liegendes Exemplar bewundern. Von all den traeumerischen Plaetzen auf Rapa Nui ist dies der faszinierendste; wir fuehlen uns zurueckversetzt in Raum und Zeit, die 320 fertigen und unfertigen Moais rund um den Vulkankegel bergen ein grosses Suchtpotential, nur einsetzender Regen vertreibt uns von diesem fesselnden Ort der Geschichte.

Mitten in der Nacht um 2 Uhr landen wir in Papetee auf Tahitit. Mit den Schweizern Simone und Michi plaudern wir uns die Nacht um die Ohren und verstehen uns so gut, dass sich unsere Wege noch einige Male kreuzen werden. Auch sie sind auf einer Weltreise und haben eine aehnliche Route durch die Suedsee geplant. Tahiti haelt den Perlenmarkt fest in seinen Haenden, beliefert also eine ausgewaehlte Kundschaft und verfuegt ueber ein sehr hohes Preisniveau. Ich mache grosse Augen, als der Geldautomat am Flughafen die Geldscheine ausspuckt; im ersten Moment denke ich, die uebergrossen Noten in meinen Haenden seien Tourismusprospekte, die jemand von Hand ausgemalt habe. Uebernaechtig quetschen wir uns am fruehen Morgen in einen Bus und fahren zum Hafen, wo wir in einer 30-minuetigen Fahrt nach Moorea, ein kleines Eiland direkt bei Tahiti, fahren. Im 1984 gedrehten Hollywoodfilm ueber die Bounty musste ihre Kulisse die grosse Schwester doubeln. Ein weit ausladendes Riff rund um die Insel, steil aufragende Berge im Inneren und ueberall Pflanzen in allen erdenklichen Gruentoenen bilden die Szenerie. Zwischen der Opunohu- und der Cook-Bay, die mit ihren zwei charakteristischen Einschnitten die charakteristische Herzform der Insel bilden und zu den malerischsten Buchten der ganzen Südsee gehoeren, finden wir eine wunderbare kleine Pension mit farbenpraechtigem Schnorchelterritorium direkt vor dem Bungalow.

Den Bericht ueber unsere Hochzeit auf Aitutaki (Cook Islands) findet ihr hier:        Suedsee Hochzeit

Auf Rarotonga (Cookinseln) werden wir wieder von einem schmachtenden Ukulele-Saenger und einem Bumenkranz empfangen, die Insel entfaltet von Anbeginn weg ihre Schoenheit. Schnell merken wir, dass die groesste Insel der Cooks sowohl Sonnenanbeter als auch Adrenalin-Junkies befriedigen kann. Mona findet am Muri-Beach eine relaxte Atmosphaere, ich erkunde unterdessen die schroffen Suedsee-Berge im Innen der Insel und fuehle mich in vielen Situationen in einer Personalunion von Reinhold Messner und Indiana Jones. Die von den Schlingpflanzen im Minutentakt zugewachsenen Trails sind nicht immer leicht zu finden, die steilen, auf gewissen Abschnitten durch Seile gesicherten Aufstiege bieten immer eine spektakulaere Aussicht. Bei all der Action stellen wir auch fest, dass die Langsamkeit auf den Cook Islands erfunden wurde.

Was haben die Fiji-Inseln und Viktors Spaetprogramm gemeinsam? An beiden Orten haben die Inder die geschaeftlichen Geschicke unter Kontrolle. Im Nadi Bay Resort scheint uns, wir werden von Rajiv Prasad, dem von Viktor Giacobbo dargestellten geschaeftigen Inder empfangen. Sein Zimmerangebot, mit einfachem, stakkatohaft ausgesprochenem Englisch angeboten, koennen wir nicht ablehnen. Und ploetzlich sind wir wieder auf der Hut, das geruhsame Strandleben ist fuers Erste vorbei. Ganz allgemein nutzen die indischstaemmigen Fijianer jede Chance, um ein Geschaeft zu machen. Etwas verwoehnt von den blauen Lagunen, vermag uns die Coral Coast im Sueden der Hauptinsel nicht zu ueberzeugen. So entschliessen wir uns, dorthin zu reisen, wo Tom Hanks in "Cast Away" seinem Volleyball den Namen "Freitag" gab. Die Yasavas-Inseln sind eine von 20 Inseln gebildete 90 Kilometer lange Inselkette im Westen von Viti Levu, der Hauptinsel der 300 Fiji-Inseln. Das zur Begruessungzeremonie gehoerende Kava-Getraenk, ein scheusslicher Wurzelsaft, truebt unseren Eindruck von der gebirgigen Insel Waya nur unmerklich. Die Warmherzigkeit der Angestellten und die bunt gemischte Touristenschar im Octopus-Resort gefaellt uns so gut, dass wir unseren Aufenthalt ausdehnen. Die Korallenberge am Liku Liku-Strand bieten eine Unterwasserwelt, wie wir sie bis jetzt nur aus Filmen wie Nemo kannten: leuchtende Fischschwaerme tanzen um die schnorchelnde Mona. Auf zwei Tauchgaengen sehe ich ausserdem Mantarochen, Salatschuessel-grosse lebende Muscheln und andere unfassbare Phaenomene der Meere.

Fotos  Südsee














Sunset Aitutaki, Cook Islands

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